Zum Karfreitag-EuGH-Urteil 1


Das Urteil des EuGH zur bisherigen Feiertagsregelung am Karfreitag ist grundsätzlich interessant. Es wirft die Frage auf: Darf man am Karfreitag Extra-Würste essen?

Indem es das tut, wird natürlich auch wieder ein Licht darauf geworfen, dass in Österreich sehr viele Feiertage bereits über die christlichen Konfessionen zu allgemeinen gesetzlichen Feiertagen geworden sind. 
Das Urteil könnte jetzt heißen, dass der Karfreitag einfach fällt (und 4 christliche Konfessionen ihren höchsten Feiertag verlieren), während die Katholiken das Ihre behalten dürfen. Es könnte passieren, dass ein neuer Feiertag dazu kommt, und die christlichen Konfessionen noch einen gesetzlichen Feiertag mehr voll anerkannt bekommen. Und das für ca. ½ Million Gläubige.

Derweil stehen die Atheist/innen daneben und haben noch keine klare Linie, sind nicht geeint und müssen sich auch folgende Frage stellen: Welche Tage, welche Anlässe würden wir denn beanspruchen zu gesetzlichen Feiertagen zu machen, wenn wir dazu in der Lage sind?

(Einstweilen empfiehlt die AK den Arbeitnehmer/Innen, den Karfreitag als Feiertag geltend zu machen, um wenn schon nicht frei, so doch doppelten Lohn zu bekommen.)


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Die Frage des Atheismus ist nicht: Gibt es einen Gott, sondern vielmehr: Wenn es keinen Gott gibt, wie geht dann das Leben? Kann man auch beten, ohne zu jemandem zu beten? Kann man auch sterben ohne weiterzuleben? Und wenn ja, wie? Es ist eine häufig ungedankte Aufgabe, Menschen ihrer Illusionen zu berauben. Der Wille zur Wahrheit und der Wille zur Verantwortung sind anstrengend, Illusionen oft der einfachere Weg. Nicht umsonst wurde der Lichtbringer Prometheus an einen Felsen gekettet und gefoltert, der Engel Lucifer in die Hölle (oder auch auf die Erde?) verbannt. Tja, aber da sind die Menschen nun. Keine Menschen im Olymp, und kein lebendiger Mensch im Paradies. Das beste was die Menschen hoffen können, ist es sich einigermaßen gut einzurichten. Dazu bedarf es der Weisheit, einer Eigenschaft beziehungsweise Fertigkeit die nur all zu oft mit "Wissen" verwechselt wird. Wissenschaft und Rationalität, es tut mir leid, das sagen zu müssen, sind noch nicht das Ende zur Fahnenstange. Sie dienen dem guten Leben, aber nur, wenn sie richtig eingesetzt werden. In diesem Sinne bemühe ich mich um eine Atheistische Religionsgesellschaft, auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis, verknüpft mit kultureller Erfahrung, politischen Betrachtungen, Philosophischen Überlegungen und möglicherweise tradiierter Mythen.

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