Zum ersten UNO-Gedenktag für Opfer religiös oder weltanschaulich motivierter Gewalt (22. August)


Gestern Mittwoch hat um 17:00 Uhr in Wien eine interreligiöse Gedenkfeier für die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Weltanschauung stattgefunden.

Auf Einladung der ÖVP-Nationalratsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Menschenrechte Mag. Gudrun Kugler (ÖVP) trafen sich Religions- und Medienvertreter*innen auf dem Gelände des “Campus der Religionen” in der Seestadt Aspern.

Mit der Gedenkfeier wurde die von der UNO-Generalversammlung am 28. Mai 2019 verabschiedete Resolution zum heutigen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund von Religion oder Weltanschauung (“International Day Commemorating the Victims of Acts of Violence Based on Religion or Belief”, A/RES/73/296) in Wien erstmals umgesetzt.

Auch Atheist*innen unter den Opfern

Weltweit werden leider auch jetzt immer noch viele Menschen Opfer religiös oder weltanschaulich motivierter Gewalt. In einigen Ländern werden gerade auch Atheist*innen ganz gezielt Opfer derartiger Gewalt und unterliegen einem entsprechend konkreten Verfolgungsrisiko.

Wer gleichzeitig einmal die Erschütterung bzw. Freude einer/eines Atheistin/Atheisten miterlebt hat, der/dem soeben vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) mitgeteilt worden und so gerade wirklich bewusst geworden ist, dass sie/er daher einen positiven Asylbescheid erhalten wird, kann vielleicht noch besser nachvollziehen, wie existenziell wichtig ein funktionierender staatlicher Schutz der Religionsfreiheit sein kann.

Religionsfreiheit mit Verantwortung

Das Grund- und Menschenrecht auf Religionsfreiheit schützt die Religionsfreiheit. Es ist daher im Gesamtzusammenhang aller Grund- und Menschenrechte gleichzeitig im Grunde genommen – und im durchaus ambivalenten Sinn – auch mit großer und weitreichender Verantwortung für Religionen bzw. Religionsgemeinschaften verbunden.

Interreligiöses Zeichen gegen Gewalt

Gerne tragen auch wir als Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich (ARG) zu einem interreligiösen Zeichen gegen religiös oder weltanschaulich motivierte Gewalt bei. Heuer waren wir noch nicht zur Teilnahme an der Gedenkfeier in die Seestadt Aspern eingeladen. Vielleicht aber schon im nächsten Jahr?

(Wir werden jedenfalls noch heuer unseren Eintragungsantrag beim Kultusamt stellen können, es fehlen uns ja aktuell nur mehr knapp über 30 weitere bestätigte Mitglieder.)

Wilfried Apfalter ist Präsidiumsmitglied der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich (ARG)

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