Tischgespräche über “Gott und die Welt” – Bericht vom Atheistischen Stammtisch in Graz


Vergangenen Mittwoch, den 31. Mai, fand in Graz ein weiterer Stammtisch der Atheistischen Religionsgesellschaft (ARG) für die Region Steiermark statt. Es war ein ungezwungener Abend in entspannter Runde aber mit tiefsinnigen Gesprächen. Hier ist ein kurzer Bericht von Martin Perz.

Speis, Trank und eine Tischkarte: Alles was ein guter Stammtisch braucht.

ARG-Tischkarte, Speisen und Getränke: Alles da für einen gelungenen Stammtisch

Um 19:30 war der Tisch im “Brot und Spiele” in Graz reserviert und der Beginn des Stammtisches im Newsletter ausgeschrieben. Ich war pünktlich da, aber noch als einziger. Was soll man tun, wenn man wartet? Ich überbrückte die Zeit damit, auf einem Schmierpapier ein improvisiertes Tischkärtchen zu malen, damit der Stammtisch auch für alle auffindbar ist (Siehe Foto rechts, für den nächsten Stammtisch werde ich das aber vorher schön ausdrucken).

Dann fand auch schon der erste Stammtischgast her: Eine Interessentin, die sich für unsere Religionsgesellschaft interessiert, aber noch skeptisch ist. Eigentlich perfekt für den Stammtisch: Wir machen Stammtischtreffen, um mit den Leuten in Kontakt zu treten, und zwar sowohl mit Mitgliedern als auch mit Nichtmitgliedern. Wir hoffen natürlich, dass wir in diesem Rahmen auch Letztere zu Ersteren gewinnen können, aber grundsätzlich geht es uns hier einmal darum, ins Gespräch zu kommen.

Kurz darauf stieß auch schon Niko hinzu, mein geschätzter Kollege im Präsidium der ARG und im Regionalen Kreis der ARG Steiermark. Während wir im Dreiergespräch über Sinn und Unsinn von Religion sinnierten, leistete unser Tischkärtchen gute Arbeit: Ein Lokalgast, dessen Interesse wir schon online geweckt haben, der aber vom Stammtisch selbst noch nicht erfahren hatte, erblickte es und setzte sich kurz zu uns, weil er mehr über uns wissen wollte. Er ist professioneller Fotograf, als solcher auf vielen Hochzeiten im Einsatz, und macht die Erfahrung, dass “gottlose” Trauungen in der Regel lustiger und kurzweiliger sind als kirchliche. Vielleicht können wir etwas dazu beitragen: Feierliche Rituale wie zum Beispiel Hochzeiten sind für uns als Religionsgesellschaft hoffentlich bald so etwas wie ein Kerngeschäft. Ich sehe da auch ein potentielles Feld für zukünftige Zusammenarbeit, denn einen Hochzeitsfotografen im Gesamtpaket gleich dabei zu haben kann da nicht von Nachteil sein …. Aber gut, das ist noch Zukunftsmusik, da will ich nicht zu weit vorgreifen.

Dann kam noch ein vierter Gast dazu: Ein Experte und Veranstalter von Technoparties. Er brachte uns auf die Überlegung, dass es zwischen der Techno-Szene und Religionsgemeinschaften durchaus Ahnlichkeiten und Überschneidungen gibt. Diese Überlegungen gelten sicherlich auch für sämtliche andere Musikszenen und Subkulturen.

Gottes Wege sind unergründlich. Offenbar kreuzt man sie auch im Bier.

Gottes Wege sind unergründlich. Offenbar kreuzt man sie auch im Bier.

Zu guter Letzt fiel uns auf, dass Gott ausgerechnet direkt über unserem Tisch seine Spuren hinterlassen hat, wie auf dem linken Foto zu sehen ist. Wir nahmen den Ball dankend auf und hinterließen unser Tischkärtchen direkt daneben als Statement.

Fazit: Es zeigt sich immer wieder, wie viele Interessante Themen und Ansporn zum Weiterdenken eine solche Zusammenkunft anstoßen kann. Wir freuen uns jedenfalls schon auf das nächste Treffen, das wir für den 21. Juni angesetzt haben, einem ganz besonderen Tag. Auch Wien wird bald ein weiteres Stammtischtreffen stattfinden, und zwar am 5. Juni um 19:30 im “Akakiko” in der Mariahilfer Straße 42-48. Nähere Infos zu diesen lokalen Aktivitäten gibt es auf Anfrage, oder wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden und danach in einen oder mehrere Regionale Verteiler eintragen.


Über Martin Perz

Als Techniker vom Studium und Beruf her kümmert sich Martin Perz um den Online-Auftritt der Atheistischen Religionsgesellschaft. Als Webmaster ist er gewissermaßen der Hüter der (digitalen) Schlüssel dieser (virtuellen) Hallen hier. Gerne schreibt er aber auch als unabhängiger Denker zu weltanschaulichen Themen, Religion und Philosophie.

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