Auf den Schultern von Riesen


Vorvorgestern Abend war ich noch bei Bekannten zu Besuch. Am Heimweg ist mir der schöne Vollmond aufgefallen. Später am Abend bin ich noch einmal hinaus gegangen, um nach den Hühnern zu schauen, und da war beim Mond etwas anders. Da war ein Schatten.

Bei dem Schatten hat was nicht gestimmt. Es war doch gerade Vollmond? Und wenn nicht Vollmond gewesen wäre, dann hätte der mehr als halbvolle Mond doch keine Hörner, sondern einen Bauch. So habe ich ein bisschen gerätselt, bevor ich ins Internet geschaut habe und gesehen habe: Partielle Mondfinsternis.

Man stelle sich vor: Eine Zeit vor dem Internet, eine Zeit, bevor die Astronomie so etwas schon als “normal” kennt und weiß, dass es immer wieder vorkommt. Eine Zeit, bevor die Astronomen, die das wissen, das dem Volk erklären konnten …

Man schaut zum Himmel und etwas, das so regelmäßig funktioniert hat, dass man den Kalender danach stellen konnte, ist auf einmal anders. Aliens? Weltuntergang? Katastrophe?

Heute brauche ich nur ein paar Sekunden und weiß, dass ich mich nicht fürchten muss.

Es ist schön, auf den Schultern von Riesen zu stehen.

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