Zur Kreuz-Entscheidung für das Krankenhaus Nord in Wien


Wir wünschen dem Wiener Krankenanstaltenverbund zur Entscheidung, in den Patientenzimmern des Krankenhauses Nord keine Kreuze standardmäßig aufzuhängen, alles Gute. Diese Entscheidung erscheint uns im Sinne einer religiösen Neutralität des KH Nord als sinnvoll und gerecht. Schließlich sollen sich alle PatientInnen gleichermaßen gut aufgehoben fühlen.

Der zunehmenden Vielfalt religiöser Bedürfnisse kann ein Krankenhaus damit durchaus gerecht werden. Die Einrichtung von auch religiös nutzbaren (Rückzugs- und Besinnungs-) Räumen der Stille bzw. Ruhe in Spitälern finden wir wünschenswert. Ebenso spricht auch nichts dagegen, dass PatientInnen ihre jeweiligen religiösen Symbole in geeigneter Form selbst ins Patientenzimmer mitbringen und nahe beim Krankenbett aufstellen bzw. anbringen. Damit lässt sich wertschätzend verhindern, dass eine einzelne Religionsgemeinschaft bevorzugt wird, indem ihr Symbol gewissermaßen institutionell vorgegeben und damit gewissermaßen als “wichtiger” präsentiert wird.

Gleichzeitig möchten wir die Öffentlichkeit daran erinnern, dass zentrale Debatten zur Pflege derzeit gerade um den PflegerInnenmangel und die Arbeitsbedingungen in der Pflege geführt werden. Die Frage, ob ein religiöses Symbol im Zimmer hängt, ist in diesem Zusammenhang für die Gesundheit der PatientInnen vermutlich weniger wichtig als die Frage, ob auch eine nicht überlastete Pflegeperson das Zimmer betreut.

Das Präsidium der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich

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