Begriffliches


Wie viel Religion wollen wir? 1

Religion sollte weder mit Theismus noch mit Unvernunft verwechselt werden. Ein Plädoyer für einen wirklich kritischen Umgang mit Religion. Im „Spectrum“-Teil der „Presse“ vom 13.4.2019 stellt Ulrich Körtner (auf Seite I) die Frage „Wie viel Religion brauchen wir?“. Ich möchte an diese Frage gerne eine weitere Frage anschließen: „Wie viel Religion wollen wir?“


Die Vertreibung aus dem Paradies – Eine atheistische (Um-)Deutung (2) 1

Wie vergangenen Dienstag im ersten Teil versprochen, möchte ich hiermit näher auf diesem Aspekt des Begriffs der “Erlösung” eingehen.

Die Annahme: Wir sind in einem Zustand, der “Erlösung” Bedarf. Er entsteht durch unsere Angst vor dem Tod, durch unser Bewusstsein um den Tod und durch unsere Erkenntnis über Gut und Böse. Wir können aber nicht mehr vor diese Erkenntnis zurück, weil sie nicht eine Schuld gegenüber jemandem da draußen ist, sondern durch eigene menschliche Tat (symbolisiert durch Adam und Evas Apfelkonsum) entstand. Somit können wir nicht von diesem Zustand erlöst werden, ohne von unserem Menschsein erlöst zu werden.


Die Vertreibung aus dem Paradies – Eine atheistische (Um-)Deutung (1)

Die Bibel hat viele Fehler, und die Genesis natürlich auch. Viele dieser Fehler, zwingen mich, ungläubig in Bezug auf die Bibel zu sein. Ich kann nicht einverstanden sein, mit einem Gott, der die Menschen erst erschafft, und dann dafür, was sie sind, verdammt. Ich will keine Religion wählen, in der der Versuch, die Welt zu verstehen als erste und ewige erbliche Sünde betrachtet wird.

Ich bin also dem rebellischen Geist verschrieben. Ich sehe in der Schlange die Mutter der menschlichen Kultur, und weil der Mensch ohne Kultur nicht Mensch ist, in dem Moment der Ursünde erst den Beginn des Menschsseins.

Eine weitverbreitete Auffassung ist, dass Gott den Menschen glücklich geschaffen hat, und die Kombination aus Schlange und Eva den Menschen in’s Unglück gestürzt und aus dem Paradies verbannt hat. Wenn die Geschichte sinnvoll sein soll, dann muss man sie umdeuten und wohl auch umschreiben.


Seelsorge

Seelsorge. Ein Begriff, den Kirchen häufig für ihre Tätigkeit verwenden und den viele Atheisten gerne ablehnen, weil die Vorstellung einer unsterblichen Seele unmöglich erscheint. Und wahrscheinlich gibt es so viele Vorstellungen, was Seele sein soll, wie es Leute gibt, die den Begriff denken.


Unsere Antragstellung beim Kultusamt (2) – warum überhaupt?

Der Genetiker John B. S. Haldane schrieb einmal („The truth about death“, Journal of Genetics, 58 (1963) 463-464, auf Seite 464): I suppose the process of acceptance will pass through the usual four stages: 1. This is worthless nonsense, 2. This is an interesting, but perverse, point of view, 3. This is true, but quite unimportant, 4. I always said so. („Ich gehe davon aus, dass der Prozess der Akzeptanz durch die üblichen vier Phasen verlaufen wird: 1. Das ist wertloser Blödsinn, 2. Das ist eine interessante, aber perverse Perspektive, 3. Das ist wahr, aber ziemlich unwichtig, 4. Ich habe es immer schon gesagt.“) Auch unser Vorhaben, als „Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich“ (ARG) mit einem entsprechenden Antrag beim Kultusamt eine staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft zu werden, muss wohl diese vier Phasen der Akzeptanz durchlaufen. In diesem zweiten Beitrag unserer Serie soll nun ein wenig beleuchtet werden, warum unser Ziel, eine staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft zu werden, Sinn macht und warum wir diese Herausforderung daher mit Freude annehmen.